Sprach- und Sprechstörungen bei Erwachsenen

Wir behandeln Patienten bei Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Hirntumor, Unfällen u.a. mit:

Störung der Sprache (Dysphasie/Aphasie)

    Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die nach einer Hirnschädigung auftreten kann, z.B. nach einem Schlaganfall, Unfall, Tumor oder entzündlichem Gehirnprozess und bedeutet „ Verlust der Sprache“.

    Aphasie ist eine Sprachstörung, keine Denkstörung!

    Durch die Aphasie sind alle sprachlichen Fähigkeiten betroffen: Sprechen und Verstehen, Lesen und Schreiben.

    Beim Sprechen können auf der Lautebene einzelne oder mehrere Laute ausgelassen (tuhl statt  Stuhl),  hinzugefügt (Stuhul statt Stuhl) oder vertauscht (Stuk statt Stuhl) werden. Die Veränderung kann soweit gehen, dass das Wort vom Kommunikationspartner nicht mehr verstanden werden kann.

    Relativ häufig treten auch Wortfindungsstörungen auf. Das gesuchte Wort liegt auf der Zunge, aber es will nicht herauskommen. Ein Phänomen, das die meisten Sprachgesunden gelegentlich auch haben. Bei einem  Aphasiker kann dies jedoch in fast jedem Satz vorkommen. Manche Aphasiker können im Extremfall nur noch einzelne Silben oder Floskeln produzieren.

    Störungen der Grammatik treten entweder als starke Vereinfachung der Wortformen (du fahren) oder als Probleme des Satzbaus (Krankenhaus gefahren) aufoder der Aphasiker neigt zur Verschachtelung und Wiederholung einzelner Satzteile.

    Auch das Verstehen kann unterschiedlich betroffen sein, d.h.
    die Sprachverarbeitung ist gestört. Im Extremfall nimmt der Betroffene Wörter nur dem Klang nach wahr, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Andere verstehen zwar einzelne Wörter, aber nicht deren genaue Zusammenhänge in Satz und Text. So kommt es immer wieder zu Missverständnissen zwischen einem Aphasiker und seinen Gesprächspartner.

    Bei vielen Patienten sind Schreiben und Lesen ähnlich gestört wie Sprechen und Verstehen. Manche Patienten können Wörter nur mühsam Buchstabe für Buchstabe erfassen, andere wiederum erfassen die Worte als Ganzes. Aphasiker verwechseln Wortbedeutungen und Wortformen und bemerken dies oft nicht.

    Aphasiker leiden oft unter Begleitsymptomen. Dies können Beeinträchtigungen im Bereich Konzentration, Gedächtnis, Ausführen von Bewegungs- und Handlungsfolgen, Lähmungen und Störungen der vegetativen Bewegungen sein.

Störung des Sprechens (Dysarthrie und Sprechapraxie)

    Um Sprache hörbar zu machen, benötigen wir das Sprechen, welches sich aus vielen Bewegungsmustern zusammensetzt.

    Dysarthrien bzw. Dysarthrophonien treten auf, wenn die Verarbeitung des Sprechens im Gehirn z. B. durch einen Schlaganfall bzw. eine neurologische Erkrankung wie Parkinson oder nach einem Unfall gestört ist. D.h., die Steuerung der Sprechmuskulatur ist beeinträchtigt. Die Sprechbewegungen werden kraftlos, schwerfällig oder ungenau.  Die Aussprache ist oft sehr undeutlich, weil vor allem die Beweglichkeit von Zunge, Lippen und Gaumensegel eingeschränkt sind. Gleichzeitig kann aber auch die Stimme verändert und die Atmung beim Sprechen auffällig sein.

    Bei einer Sprechapraxie liegt das Problem in der Sprechplanung, d.h. die einzelnen Artikulationsbewegungen können nicht ausreichend kontrolliert erfolgen, obwohl die Muskulatur prinzipiell die erforderlichen Einzelbewegungen ausführen kann. So ist ein Patient z.B. in der Lage, einen Ausdruck des Ekels mit "ihh" zu äußern, kann aber der Aufforderung, ein /i/ zu sprechen, trotz großen Bemühens nicht nachkommen. Eine Sprechapraxie tritt fast immer in Kombination mit einer Aphasie auf.